Die Gründung des Tambourcorps Klieve 1924

Zur Gründung ist anzumerken, daß das Tambourcorps bereits 1924, also zwei Jahre vor dem Schützenverein Klieve, gegründet wurde.
Somit bestand zunächst keine Möglichkeit, ausser Kirchweihfesten, andere Dorffeste zu feiern. Daher besuchte die
Dorfjugend die umliegenden Schützenfeste wie in Mellrich, Völlinghausen oder Anröchte. Im letztgenannten Dorf existierte auch schon seit vielen Jahren ein Tambourcorps. Die zackige Marschmusik muß
einigen jungen Männern aus Klieve so gut gefallen haben, daß sie beschlossen, selbst ein Tambourcorps auf die Beine
zu stellen. Unter sicherlich großen Schwierigkeiten beschaffte man sich die ersten Instrumente und fing unter Leitung
eines benachbarten Tambouren an, die ersten Märsche einzustudieren. Die Männer der ersten Stunde waren Franz Holle, Heinrich Topp, Alwin Kleeschulte, Franz Kleine, Theo Spielrump, Franz Schulte und Heinrich Alers.
Das Üben machte gute Fortschritte. Dann wurden weisse Hosen und grüne Mützen angeschafft und Schwalbennester
auf dem jeweils vorhandenen Sonntagsrock befestigt; somit entstand die erste Uniform. Auch auf den Schützenfesten
der umliegenden Orte wurde musiziert. Schon bald fanden weitere junge Männer Gefallen an der flotten Marschmusik und der Kreis der Spielleute wuchs ständig an. Dazu kamen Heinrich Kleeschulte, Anton Topp, Wilhelm Büker,
Heinrich Thöne, Richard Kleeschulte, Hermann Gerdemann und Heinrich Dannhausen. Nun waren sie schon zu einer stattlichen Zahl angewachsen. Die Uniformen wurde vervollständigt, und sie nahmen
bereits 1925 oder 1926 (genau ist das Jahr nicht mehr zu ermitteln) an einem Wettstreit in Anröchte teil. Dieser Wettstreit fand in der Gaststätte Schnöde im Saal statt.
Am 26. April 1926 reisten sie mit einem Leiterwagen zum ca. 10 km entfernten Lohne und nahmen dort zum zweiten
mal mit Erfolg an einem Wettstreit teil. Dieses bezeugt eine Urkunde, die gleichzeitig das älteste schriftliche Dokument
aus der Gründerzeit ist. Es war zwar schwierig, die Instrumente und Uniformen zu beschaffen, dennoch herrschte eine echte Kameradschaft. Viel Spass hatte man, wenn es zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Pferdewagen zu den
jeweiligen Schüzenfesten oder Wettstreits ging.
Die Männer der ersten Stunde
Franz Holle, Heinrich Topp, Alwin Kleeschulte, Franz Kleine, Theo Spielrump
Wiedergründung des Tambourcorps nach dem zweiten Weltkrieg
Als die Wirren des Krieges vorüber waren, die letzten Gefangenen in die Heimat zurückkehrten und der Wiederaufbau
Deutschlands in vollem Gange war, beschlossen die aus dem Kriege lebend zurückgekehrten Spielleute, auch das Kliever Tambourcorps wieder neu aus der Taufe zu heben. Heinrich Holle, Heinrich Kleeschulte und Wilhelm Büker
waren es in erster Linie, die die jungen Leute aus Klieve für einen neuen Anfang des Tambourcorps ansprachen und begeistern.
Die ersten gekauften Uniformen. (v.l.n.r.:Heinrich Topp, Heinrich Thöne, Anton Topp, Franz Schulte, Heinrich Holle,
Wilhelm Büker, Alwin Kleeschulte, liegend: Richard Kleeschulte, Hermann Gerdemann )
Einige Spielleute der alten Garde waren inzwischen verzogen. Heinrich Topp und Heinrich Thöne sind gefallen.
Die schicken Uniformen sind durch Plünderungen und sonstige Umstände abhanden gekommen. Somit musste man 1950 fast ganz von vorn beginnen. Ein paar Instrumente wurden wieder gefunden und so konnte man die ersten
Übungsabende beginnen. Da auch in dieser Zeit der Dorfjugend noch nicht viel geboten werden konnte, begeisterten
sich fast alle für das Trommel- und Flötenspiel. Heinrich Holle und seine alten Kameraden hatten nun alle Hände voll zu tun, um allen Lernwilligen gerecht zu werden. Da meist im Winter angelernt wurde, brauchte man ein warmes
Plätzchen, und so fanden die Übungsabende in den Wohnungen, aber auch in den Stallungen der Höfe Holle und Kleine statt.
Aber bald stellte sich heraus, daß nicht jeder junge Mann die Musikalität besaß, um auch erfogreich zu sein. Die Reihen der jungen Spielleute lichteten sich sehr. Im Jahre 1951 begann dann die offizielle Neugründung des
Vereins. Das Tambourcorps hatte zu dieser Zeit zehn Spielleute. Es waren Heinrich Holle und Heinrich Kleeschulte
von der alten Garde. Als Neuangelernte waren dabei Philipp Topp, Heinz Abel, Josef Wieneke, Josef Kleine, Josef Wilmes, Ernst Holle, Theo Henneböhl und Ernst Wieneke.
Die Genannten sind als Neugründer des Tambourcorps nach dem zweiten Weltkrieg anzusehen. Die Situation war
ähnlich wie im Jahr 1924. Der Sonntagsrock diente mit aufgenähten Schwalbennestern wieder als Uniform. Als Tambourmajor wurde Heinz Abel von Werner Borgschulte hervorragend ausgebildet. Mit dieser optimalen
Ausbildung konnte man schon am 26. April 1953 mit gutem Erfolg an einem Wettstreit in Warstein teilnehmen.
Das Tambourcorps im Jahre 1953
stehend von links: J. Wilmes, P.Topp, J.Wieneke, H. Abel, H. Hayn, T. Henneböhl, J. Kleine, E. Wieneke, liegend von links: H. Holle, H. Kleeschulte
Als besonders erfolgreiches Jahr sei 1954 erwähnt, in dem das junge Tambourcorps in seiner Klasse bei den
Wettstreiten in Winterberg, Belecke und Horn jeweils den 1. Preis errang.
In den Jahren 1954 - 1958 traten dem Tambourcorps noch 5 junge Leute bei. Es waren Alfons Holle, Willi Grzyb, Paul
Poppe, Heinz Topp und Alwin Grzyb. In diesen Jahren nahmen die Spielleute an zahlreichen Wettstreiten mit immer wiederkehrenden Erfolgen teil. Zahlreiche Preise, Pokale und Urkunden wurden errungen.
Die weiteste Fahrt zu einem Wettstreit war 1959 nach Gelsenkirchen - Horstemscher. Dort belegte der Verein in seiner Klasse den 2. Platz. Heinz Abel war der erste Tambourmajorenpreis kaum noch zu nehmen, als sich plötzlich auf
der Bühne von seinem Tambourmajorenstock ein Bommel löste. Dieser flog durch die Luft, und Heinz Abel schaute hinterher. Das gab nun Punktabzug und der 1. Preis war ihm nun leider doch verloren gegangen.
In den Jahren 1960 bis 1975 traten dem Tambourcorps noch folgende junge Leute bei: Helmut Kleeschulte,
Franz Josef Grüne, Monika Abel, Nanni Kaupmann, Jürgen Henkelmann, Antonius Schröder, Reinhard Jäger, Heinz Kleeschulte, Heinz Holle, Josef Schumacher, Friedhelm Grüne, Norbert Poppe, Helmut Wilmes,
Bernd Kirchhoff und Uwe Rothbarth. In diesen Jahren wuchs das Tambourcorps Klieve auf 19 Spielleute an.
Das Tambourcorps im Jahre 1987
1. Reihe von links: Josef Wilmes, Bernd Kirchhoff, Mathias Görsmeier, Kornelia Topp, Heinz Topp, Thomas Grüne, Thomas Topp, Helmut Kleeschulte
2. Reihe von links: Heinz Holle, Josef Schumacher, Christian Them, Peter Hinz, Andreas Böckmann, Heinz Kleeschulte 3. Reihe von links: Otto Buge, Josef Wieneke, Joachim Topp, Norbert Poppe, Heinz - Georg Topp,
Markus Kleeschulte 4. Reihe von links: Martin Topp, Philipp Berghoff, Horst Hayn, Thomas Henkelmann, Friedhelm Grüne, Andreas Kleeschulte
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